Mundvorhofplatten nach Prof. Hinz


Das Prinzip der Mundvorhofplatten ist seit langem bekannt. Ursprünglich dienten sie zur Verhinderung der Abrasion der Zähne und des Daumenlutschens.

Mit der Entwicklung verschiedener Modelle durch Prof. Rolf Hinz sind die Mundvorhofplatten ein ideales Hilfsmittel zur Prävention, Frühbehandlung und myofunktionellen Therapie geworden. Sie sind einfach, nicht traumatisierend und günstig. Richtig getragen helfen die MVP´s in mehr als zwei Dritteln aller Fälle.
Die Platte liegt frei im Mundvorhof zwischen den Lippen und Zähnen. Eventuell vorstehende Zähne werden durch einen Druck auf die vorderen Zähne korrigiert.

Es gibt vier Typen in je zwei Größen: 22,5 mm Radius (klein) oder 30 mm Radius (groß). Die beiden ersten sind in klassischer Ausführung erhältlich oder aus einem weicheren, silikonisierten Material für bestimmte Patienten, bei denen keine ausreichende Bewegungsfreiheit für die Apparatur gegeben ist.

MVP - Standard (S)

Selbst wenn noch keine ausgeprägte Fehlstellung der Zähne vorliegt, sollten schädliche Lutschgewohnheiten mit Hilfe der MVP beendet werden. Die Mundvorhofplatte

• begünstigt die Selbstausheilung bereits entstandener Anomalien.
• hilft Sprechfehler zu beheben
• korrigiert Fehlfunktionen der Zunge
• beseitigt schädliche Mundatmung
• führt zu normalem Lippenschluss
• stärkt die Lippenmuskulatur
• unterstützt myofunktionelle Maßnahmen

MVP - Käppchen (K)

Daumenlutschen führt manchmal zu besonders starkem Vorstehen der Frontzähne oder verstärkt eine bereits bestehende Rücklage des Unterkiefers. Hier ist die MVP mit (Einbiss-) Käppchen indiziert. Das Käppchen verhindert das Abkippen der MVP. Der Unterkiefer wird gleichzeitig nach vorne geführt.

MVP - Zungengitter (Z)

Diese Form der Mundvorhofplatte ist indiziert bei einem frontal offenen Biss, verursacht durch den Daumen oder einen häufig getragenen Beruhigungssauger. Das Zungengitter hindert die Zunge daran, sich zwischen die Zahnreihen zu legen und hilft dadurch den offenen Biss zu schließen.

MVP - Perle (P)

Die an einem Drahtbügel angebrachte Perle soll die muskelschwache Zunge an den Gaumen lenken. Diese spezielle Mundvorhofplatte ist z. B. bei Down-Syndrom, Sprechstörungen oder bei Zerebralparesen indiziert.